Schwarzenberg gestern und heute.

Im zweiten Teil meiner Reportage möchte ich heute über unser Wohnumfeld berichten.
Nur wenige Schritte von unserem Haus entfernt, hat der Photograph vor über 100 Jahren diese Bild geknipst. Rechts sieht man die “Herberge zur Heimat”, im Volksmund wegen des Qualmes in der
Gaststube auch Gifthütte genannt.

Nach der Wende blieb nur der Abriss und Neuaufbau. Jetzt sieht es hier so aus und rechts neben dem schiefernen Handwerksburschen ist unser Badezimmer.

Gleich gegenüber der “Herberge zur Heimat” befand sich das Kolonialwarengeschäft Otto Pietzsch (Foto von 1920), heute ist es unsere Apotheke des Vertrauens.

Jetzt noch mal ein Blick durch unsere Stasse Richtung Markt. Damals wurde diese Gasse “Leichenweg” genannt, da das nahe Bermsgrün noch keinen Friedhof besaß und die Toten durch den “Leichenweg” nach Schwarzenberg gebracht werden mußten.

Heute ist es die Eibenstocker Straße und Bestandteil der historischen Altstadt (siehe letzter Beitrag – Nacht der Lichter). Das kleine weiße Auto ist meiner Frau ihr “Bruno”.

Nur wenige Meter weiter Richtung Markt befand sich früher der “Butter Krause”. Ganz modern für die damalige Zeit, man handelte auch mit Fisch und Wild.

Heute ist das Geschäft für uns weniger interessant, es ist jetzt ein Tattoo-Studio. Der Schriftzug über den Schaufenstern stimmt also nicht mehr.

Auch gleich in Sichtweite befand sich früher das Weinhaus
“Alt Heidelberg”. Es war ab 1910 das erste und einzige Weinlokal Schwarzenbergs.

In den vergangenen 2 Jahren wurde es umfassend saniert und ist heute Wohnhaus.

Zum Schluss noch der Blick von unserer Terasse. Hier wurde Mitte des 16. Jh. ein Friedhof errichtet und 1880 das zweite Rathaus gebaut. Auch befand sich hier der schwarzenberger Pranger. Das Rathaus wurde bis 1930 genutzt, später war es das Schuhhaus Engelmann.

Heute ist es kein Geschäft mehr, obwohl man es noch deutlich sieht, sondern nur noch Wohnhaus.

Das war mein Rundgang ums Haus, tschüß bis zum nächsten Mal.

Nacht der Lichter

Dieses Event fand vergangenen Freitag wieder im historischen Zentrum unseres Städtchens statt. Nach 2 Jahren konnten wir endlich wieder in gewohnter Weise an diesem schönen Abend teilnehmen.
Alle Geschäfte luden von 18.00-22.00 Uhr zum Shoppingabend und boten dort auch kleine Überraschungen für groß und klein. In der Alt- und Vorstadt herrschte reges Treiben. 18.00 Uhr war der Türmerruf vom Turm des Ratskellers zu hören und eine kostenlose Stadtführung schloss sich danach an. Die Häuser, sowie Schloß und Kirche wurden wie immer toll in Szene gesetzt und für die Kinder gab es zudem einen Lampionumzug von der Vorstadt hoch in die Altstadt.


Immer mit von der Partie: Der Stelzenläufer, Ritter Georg und das Burgfräulein Edelweiß. Natürlich ein begehrtes Fotomotiv.


Reges Treiben, wie hier in der oberen Schloßstraße.


Action diesmal auch an der Königseiche auf dem unteren Markt. Hier wurde sich erstmal gestärkt (Steak/Hirtenrolle und Pils/Radler).


Betrieb auch in unserer Straße.


Livemusik an mehreren Stellen der Stadt, hier das Mundartduo “Fei” fast vor unserer Haustür.


Irische Folklore vom Feinsten, nur beim Fotografieren muss ich das nächste Mal genauer hinschauen.

Das war die diesjährige “Nacht der Lichter”. In knapp 5 Wochen werden schon wieder “de Manneln” geweckt und die halbe Wohnung umgeräumt. Zum Weihnachtsmarkt, dem Ersten seit 2019, gibt es dann hoffentlich wieder etwas aus unserer Altstadt zu berichten.

Schwarzenberg gestern und heute.

Angeregt durch eine Artikelserie der schwarzenberger Facebook-Gruppe möchte ich hier dieses Thema aufgreifen und Interessantes aus meiner neuen Heimat berichten.
An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Janet Neubert, die jeden Sonntag aus der schwarzenberger Geschichte erzählt.
In meinem ersten Beitrag möchte ich euch heute von unserer Waldbühne berichten, der zweitgrößten Freilichtbühne Deutschlands nach der Waldbühne Berlin.
1934 entstand die Idee in einem ehemaligen Steinbruch eine Anlage für Massenveranstaltungen zu bauen. 28 derartige Anlage waren in Deutschland geplant, aus finanziellen Gründen wurden die meisten Vorhaben verworfen. Hier einige Bilder vom Bau.

Im Juni 1938 erfolgte vor 22000 Besuchern die Einweihung der “Grenzlandfeierstätte”.


Armbinde extra für die Eröffnung.


Foto von etwa 1940. Ist es nicht eine schöne Anlage? Oberhalb sieht man auch das schwarzenberger Freibad… Jetzt stehen da Eigenheime…

Nach dem Krieg war die Anlage völlig verwahrlost und sollte schon abgerissen werden. Zum Glück ist das nicht passiert denn die DDR erkannte den Wert, z.B. für Propagandaveranstaltungen.
So erfolgte 1950 die Umbenennung in Großfeierstätte “Wilhelm Pieck”, der selbst zur Namensgebung am 10. September in Schwarzenberg anwesend war. Aber der große Durchbruch war der Feierstätte nicht beschieden, einmal im Jahr das Pressefest unserer Heimatzeitung, Veranstaltungen zu den Pfingsttreffen der FDJ, aber nur wenige Konzerte mit Unterhaltungskünstlern.


Na wenigstens waren die “Puhdys” mal hier.

Nach der Wende 1989 ging es dann auch hier aufwärts, aus der Feierstätte wurde die Waldbühne. Aber für die meisten Schwarzen-
berger, besonders die Älteren, ist und bleibt es die “Feierstätte”.

Seitdem wurde viel in die Modernisierung der Anlage investiert, moderne Toilettenanlagen gebaut, eine eigene Transformatorenstation mit Notstromversorgung und Notbeleuchtung usw. Nur die steinernen Zuschauertraversen sind nicht mehr so zeitgemäß. Wer die Feierstätte besucht, sollte keinesfalls ein Sitzkissen vergessen.
Seitdem haben sich internationale Größen der Rock- und Popmusik die “Klinke” in die Hand gegeben. Peter Maffay, Joe Cocker, Herbert Grönemeyer, David Garrett, Andre Rieu und Wolfgang Petry, um nur einige zu nennen.
Legendär sind die Oldienächte des Radiosenders R.SA. In diesem Jahr u.a. mit Bonny Tyler, der Münchener Freiheit, Purple Schulz und der Gruppe Slade.


Wie immer ausverkauft, 15000 Karten…


Es gibt aber auch kleine Events, wie hier das 25-jährige Jubiläum der Stadtwerke Schwarzenberg. Es waren mehr Besucher als auf dem Foto zu sehen!

Zum Schluß noch einige Impressionen der Feierstätte-Waldbühne, wir haben sie erst vor wenigen Tagen wieder einmal besucht.

Damit möchte ich meinen Ausflug in die Feierstätte-Waldbühne Schwarzenberg beenden. Im nächsten Beitrag beleuchte ich mal unser Wohnumfeld in der Altstadt, vor weit über 50 Jahren und jetzt im direkten Fotovergleich..

Auf Pücklers Spuren

waren wir am letzten Tag unseres Urlaubes. Als Fürst Pückler aufgrund finanzieller Probleme Schloß und Park Muskau verkaufen musste, zog er sich in die Herrschaft Branitz, ebenfalls im Besitz der Grafenfamilie Pückler zurück und legte diesen Landschaftspark an. Er gilt heute als der letzte bedeutende Englische Landschaftspark Europas. Im Vergleich mit dem Park in Bad Muskau fanden wir diesen auch schöner. Doch seht selbst.


Das Cavalierhaus


Schloß Branitz


Venusbeet im Pleasureground (Vergnügungsgelände)


Die Rosenlaube


Die Landpyramide.


Die Seepyramide, letzte Ruhestätte Fürst Pücklers und seiner Ehefrau.

Und da wir schon mal in Cottbus waren, konnte ich mir noch einen Wunsch erfüllen, das Flugplatzmuseum auf dem Gelände des ehemaligen Jagdfliegergeschwaders Cottbus.


Dieser Name war zu DDR-Zeiten aber nicht mehr aktuell…

Auf Grund der politischen Lage möchte ich auf das Zeigen von (Kriegs)technik verzichten, deshalb nur drei harmlose Fotos.


Diese TU134 hat schon bessere Tage erlebt.


1978 suchte man Agrarflieger, das hätte mein Arbeitsplatz werden können.


An so einer Maschine dufte ich vor dem Start mal den Propeller durchdrehen.

Damit möchten wir unseren diesjährigen Urlaubsbericht beenden. Gut erholt sind wir wieder in Schwarzenberg eingetroffen und der Alltag hat und längst wieder eingeholt.

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